Parodontologie – Vorsorge und Zahnerhalt
Ebenso wichtig wie die Gesundheit der Zähne selbst ist die Gesundheit des Zahnhalteapparats. Die Parodontologie befasst sich daher mit der Behandlung des gesamten Zahnhalteapparats. Hierzu zählen das Gewebe – also Zahnfleisch, Kollagen, Wurzelhaut, Wurzelzement und das Zahnfach, das den Zahn im Kiefer einbettet. Man spricht auch vom sogenannten „Zahnbett“. Ist das Zahnbett erkrankt, drohen Zahnverlust und im schlimmsten Fall eine Ausbreitung der Erkrankung auf diverse Organe des Körpers.
Parodontitis und Parodontose
Oftmals werden die Begriffe „Parodontitis“ und „Parodontose“ umgangssprachlich als Synonym verwendet. Dies ist allerdings nicht korrekt:
Die Parodontose bezeichnet einen Zahnfleischrückgang ohne Entzündung. Ein solcher Zahnfleischschwund entsteht altersbedingt und birgt zunächst kaum gesundheitliche Risiken. Dennoch sollte der Verlauf einer Parodontose regelmäßig kontrolliert werden, da die freiliegenden Zahnhälse eine Angriffsfläche für Bakterien bilden.
Die Parodontitis hingegen bezeichnet eine entzündliche Erkrankung des Zahnfleisches und des Kieferknochens. Auch in diesem Fall kommt es zu Zahnfleischrückgang. Das Fortschreiten einer Parodontitis kann aufgrund entzündlicher Prozesse zu einer Zerstörung des Kieferknochens sowie zum Zahnverlust führen. Eine ausgeprägte Parodontitis kann auch weitere Bereiche des Körpers angreifen. Mit schweren Parodontitis-Verläufen wurden bereits folgende Erkrankungen in Zusammenhang gebracht:
- Arteriosklerose
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Alzheimer
- Diabetes
- Krebs
Der Parodontologie wird daher die wichtige Aufgabe zuteil, nicht nur das Fortschreiten der Parodontitis hinauszuzögern bzw. zu stoppen, sondern auch, schwere Folgeerkrankungen zu verhindern.
Parodontitis – Symptome und Ursachen
Die Parodontitis verursacht bei vielen Betroffenen lange Zeit keine Schmerzen. Daher werden die Zahnarztpraxen leider oft erst dann aufgesucht, wenn die Parodontitis schon weit fortgeschritten ist.
Erste Anzeichen für eine Parodontitis können Zahnfleischbluten und ein geschwollenes Zahnfleisch sein. Im weiteren Verlauf kann es neben Schmerzen aufgrund freiliegender Zahnhälse und Entzündungen auch zu lockeren Zähnen kommen.
Eine Parodontitis kann viele Ursachen haben:
Versäumnis von Vorsorgeuntersuchungen
Regelmäßige Kontrollen in der zahnärztlichen Praxis sind wichtig, um Parodontose sowie Parodontitis frühzeitig zu erkennen und passende Therapien einzuleiten. Ebenso dient die regelmäßige Zahnprophylaxe der Gesunderhaltung der Zähne und des Zahnbettes.
Bestimmte Ernährungsgewohnheiten
Eine sehr zuckerhaltige Ernährung kann entzündliche Prozesse anregen. Es ist daher sinnvoll, Zucker zu reduzieren und mithilfe gesunder Ernährung auf den Erhalt des Immunsystems zu achten.
Rauchen
Raucher und Raucherinnen erkranken schwerer an Parodontitis als Nichtraucher und Nichtraucherinnen.
Stoffwechselerkrankungen
Diabetes und andere Erkrankungen können eine Parodontitis fördern. Betroffene sollten daher besonders regelmäßig einen Kontrolltermin beim Zahnarzt bzw. bei der Zahnärztin wahrnehmen.
Inkorrekte Zahnhygiene
Die Zähne sollten mindestens zweimal täglich geputzt werden. Hierzu zählt auch die Reinigung der Zahnzwischenräume. Sollten Sie Fragen zur korrekten Methode des Zähneputzens haben, beraten wir Sie gerne in unserer Zahnarztpraxis in Sonthofen.
Die passende Therapie bei Parodontitis
Die Therapie einer Parodontitis richtet sich nach dem Stadium der Krankheit. Sie kann in einer oder auch in mehreren Sitzungen erfolgen.
Im Anfangsstadium der Erkrankung kann eine professionelle Mundhygiene in der Zahnarztpraxis samt gründlicher Reinigung vorhandener Zahnfleischtaschen die Bakterienanzahl und somit die Entzündung stark verringern. Eventuell sind hier mehrere professionelle Zahnreinigungen notwendig. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung ist die sogenannte „geschlossene Behandlung“ die Methode der Wahl. Hierbei werden Konkremente (feste Ablagerungen) sowie bakterielle Zahnbeläge mithilfe spezieller Instrumente an den Zahnhälsen, den freiliegenden Zahnwurzeln und unter dem Zahnfleischrand entfernt. Daraufhin erfolgt das Polieren der Zahnoberflächen.
Nach erfolgter Therapie ist eine Nachbehandlung ebenfalls wichtig, um einen Rückfall zu verhindern. Im Rahmen der Nachsorge wird der Zahnhalteapparat begutachtet. Eventuell werden weitere Behandlungen geplant oder auch Antibiotika zur Beseitigung verbliebener Keime verschrieben.
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